Die Verkündung

Lars Jähne blog.cdu-suhl

Letzthin, im Zug von Erfurt nach Suhl, direkt neben mir, das Elend-Fröhliche Digitalpiepsen eines Handys, und man weiß, jetzt wirst du die Seite des Buches nicht in Ruhe zu Ende lesen können, du wirst mithören müssen, wo die Unterlagen im Büro gesucht werden sollen oder warum die Sitzung auf nächste Woche verschoben ist oder in welchen Restaurant man sich um 19 Uhr trifft, kurz, man ist auf die unüberhörbaren Schrecknisse des Alltags gefasst- und dann kramt der junge Mann sein Smartphone aus der Tasche, meldet sich und sagt dann laut:

„Nein! – Wann? – Gestern Nacht? – und was ist es – ein Bub? – so herzig – 3,5 Kilo? – und wie geht es Janette? – so schön! – sag ihr einen Gruß von mir….“

Und über alle, die wir in der Nähe sitzen und durch das Gespräch abgelenkt und gestört wurden, huscht ein Schimmer von Rührung, denn soeben haben wir die uralte Botschaft vernommen, dass uns ein Kind geboren wurde

(frei nach Franz Hohler)

Meine Damen und Herren, und was erwarten Sie von Weihnachten? Oder ist es richtiger zu fragen: Was erwartet man von Ihnen? Damals wie heute passt die zuvor beschriebene Nachricht nicht so recht in unseren Alltag. So schlicht und doch außergewöhnlich! Es ist keine Nachricht für die Welt, für die Zeitung oder die nächste Besprechung. Es ist eine Botschaft, die nur persönlich erfahrbar ist, und die das Herz des Einzelnen berühren will. Ihnen allen wünsche ich, dass die letzen Tage des Jahres frohe Erwartungen in Ihnen wecken, dass Sie Zeiten der Ruhe und des Auftankens erleben dürfen, und mit ungewohnter Freude die Ankunft eines kleinen Kindes miterleben können!

Matthias Gering