Erstaunlich

Arbeitsmarkt, blog.cdu-suhl, CDU

Es ist erstaunlich, wie vehement und mit wie viel Verve die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Ingrid Erhardt, sich zu der misslichen Lage der spanischen Fachkräfte in Suhl äußert. Eloquent bittet sie unabhängige und nach allen Richtungen offene Recherchen zu den Arbeitsbedingungen im Ringberghotel. Dies verwundert deswegen, ist doch für jedermann ersichtlich, dass Frau Erhardt seit Jahren schon verantwortliche Redakteurin des Hausjournals des selbigen Hotels ist. Kurze Wege zu wichtigen Informationen seitens der Hausleitung sind dabei wohl unerlässlich. Ob dies jedoch dann auch unabhängige Details zu Tage fördern kann?

Genauso verwunderlich scheint mir ebenso der eloquente und mit viel Esprit geschriebene offene Brief der spanischen Auszubildenden. Dieser räumt wortgewandt auf mit den Anschuldigungen über unbefriedigende Arbeitsbedingungen. Wenn die Deutschkenntnisse der Spanier tatsächlich so schlecht seien, wie berichtet, und ein an Spanisch Interessierte Mitarbeiterin des Ringberghotels bei Vokabelrunden hilft, wer hat dann beim Erstellen des Briefes geholfen?

Wundern darüber, dass Absolventen von Universitäten Ausbildungsverträge im Gastgewerbe abschließen, scheint sich darüber hinaus kaum noch jemand. Die Hilfe in der Not wurde offenbar dankend angenommen. Es bleibt zu hoffen, dass aus dieser Not, nicht wissentlich Kapital geschlagen wurde.

Dies wäre eine schlechte Nachricht für das Gastgewerbe, Suhl und ganz Thüringen. Und sie dürfte auch den spanischen Botschafter interessieren, der just zu diesem Thema in den nächsten Wochen in Thüringen Gespräche führen wird.

Dr. Tobias Uske