Gedanken zum Neuen Jahr

blog.cdu-suhl, CDU

Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13,14)

„Wir haben hier keine bleibende Stadt“ so beginnt die Jahreslosung für das Jahr 2013.                    
Am Anfang: der Blick auf das Ende? Denn genau das sagen uns die Worte aus dem Hebräerbrief. Was vor uns liegt, wird zu Ende gehen. Was wir erhoffen, was wir uns wünschen für das neue Jahr, worauf wir uns freuen – nichts von dem bleibt. Auch nicht die Stadt. Eine Stadt steht für Beständigkeit, für Sicherheit, Geborgenheit und Schutz. Auch sie so wird uns gesagt, bleibt nicht. Wir stellen uns jetzt schon darauf ein und wissen: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Was wir suchen, wonach wir uns sehnen, was wir vielleicht auch in Zeitabschnitten erleben – es vergeht. Die biblische  Jahreslosung zeigt: Schon immer war das Leben in Bewegung. Die Bibel ist voll von Beispielen Abraham und Moses verlassen ihr Zuhause und suchen für sich und ihren Familien eine neue Zukunft. Auch Jesu ist ein festes Zuhause eher fremd. Er ist auf Wanderschaft. Gleichzeitig verbindet sich mit dem Vers der Jahreslosung jene mulmige Gefühle und Gedanken, die oft zu Aufbrüchen gehören. Warum kann es nicht so bleiben, wie es ist? Es ist eine menschliche Erfahrung, dass die Bewegung auch Unsicherheit mit sich bringt. Es schmerzt, Gewohntes aufzugeben. Es ist schwer loszulassen. Es bleibt gleichzeitig offen, was auf mich wartet. Und vielleicht ist das Ziel noch nicht mal klar. Wenn alles im Fluss ist, brauche ich Dinge, die feststehen. Wenn alle in Bewegung sind, brauche ich einen Ort, an dem ich bleiben kann.                                                                                                                                        
„… sondern die zukünftige suchen wir“ ermutigt, das Leben nach vorn zu leben auf Hoffnung hin: Neues wagen im eigenen Leben, im Zusammenleben mit anderen, in der Gemeinschaft, in unserer Gesellschaft. Neues wagen, weil Gott Zukunft schenkt. Nach christlichem Verständnis kommt Zukunft von Gott her. Wir gehen ihr entgegen. Und das große Hoffnungsbild der Zukunft, die von Gott kommt,  ist eine neue Welt. In ihr werden Tränen getrocknet, Schuld und Gewalt überwunden. Dieses Hoffnungsbild gibt Kraft – mitten in den Aufbrüchen, die das Leben von uns fordert. So lasst uns bereit sein zu Aufbruch und Veränderung. Ein neues Kirchenlied, erst im Jahr 1989 von Klaus Peter Hertsch gedichtet fasst dies in Worte: „ Vertrau den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt. Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“ (EG 395,3)                                                     
Ich wünsche uns allen eine guten Start  ins Jahr 2013.

Matthias Gering