Gedanken zum Osterfest

Lars Jähne CDU, Corona, Kirchen

Liebe Mitglieder der CDU Suhl, werte Leserinnen, liebe Leser,

die Freude, die wir in der Osternacht und in den Ostergottesdiensten miteinander teilen, klingt in diesem Jahr anders. Zum ersten mal werden wir das höchste Fest der Christenheit nicht gemeinsam in unseren Kirchen feiern können. Wir werden die Osterkerze nicht in die dunkle Kirche tragen. Wir werden das Osterlicht nicht in gewohnter Weise weitergeben. Wir singen nicht gemeinsam in der dunklen Kirche „Christ ist erstanden“. Das schmerzt. Es schmerzt umso mehr, weil wir in dieser Zeit ein Zeichen der Hoffnung nötiger denn je hätten. Corona, eine für uns schwere neue Krankheit überlagert derzeit unser Land und unser Leben. Die Schließung von Schulen und Kindergärten, Geschäften und Gaststätten, Hotels und Ferienwohnungen, ja auch von Kirchen verunsichert, verängstigt, ja schürt Zukunftsängste. Viele sind allein in ihren Wohnungen und leiden an Einsamkeit. Anderen fällt es schwer, den Alltag auf engsten Raum zu meistern. Viele sorgen sich um ihre Gesundheit, den Arbeitsplatz, ihren Laden, ihre Firma, ihr Restaurant. Und keiner von uns weiß, wie lange die Krise noch dauern wird. Wohin soll das alles noch gehen? Im griechischen bedeutet Krise „Entscheidung“ oder „Wendepunkt“. Tatsächlich erscheint mir die derzeitige Situation als eine Zeit des Umdenkens, der neuen Entscheidungen, einer Wende vielleicht. Wie lange so ein Umdenken anhält und wie nachhaltig eine Wende sein wird, wird die Zukunft zeigen. Symbolisch für mich ist der Zeitpunkt der Krise: die Wochen vor und um Karfreitag und Ostern. Dieser Zeitpunkt bringt mich zum Nachdenken. Er kennzeichnet nämlich in seinem Ursprung eine totale Krise mit einem die Welt bewegenden Wendepunkt: den Tod und die Auferstehung Jesu. Daraus entstand nicht weniger als der christliche Glaube, der bis heute unzählige Menschen in der Not trägt, ihrem Leben einen tragfähigen Boden unter ihre Füße legt und ihnen darüber hinaus echte Hoffnung und ein Ziel gibt. „Gekreuzigt, gestorben und begraben“ – „am dritten Tage auferstanden von den Toten“. Für die engsten Lebensbegleiter des Jesus von Nazareth war es eine absolute Lebenskrise, als ausgerechnet er, der „König von Israel“ so gnadenlos am Kreuz gescheitert ist. Kein Aufbruch in die nationale Eigenständigkeit, kein Ausbruch aus der römischen Besatzung. Dagegen: bloßes Scheitern, Sterben, Tod. Was für eine totale Krise! Und dann geschah, vollkommen unerhofft und nicht zu erwarten die unglaubliche Wende: Jesu bleibt nicht tot! Er hat die Macht des Todes durchbrochen. „Jesu ist auferstanden, er lebt“ – diese Erfahrung seiner Wegbegleiter machte aus der Krise einen Wendepunkt. Immer mehr erlebten die Kraft, die aus dem Glauben entstand, ein Gottvertrauen, das alles Bisherige übertraf. Das fragwürdig gewordene Vertrauen in Gott bekam neue Nahrung, wurde buchstäblich wiederbelebt. Und hält sich bis heute! Nachzulesen ist diese unglaubliche Geschichte in der Bibel bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, jeweils in den letzten 3-4 Kapiteln. Vielleicht finden Sie Ostern einfach mal die Zeit zum Lesen! Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten die verwandelnde Kraft Gottes erfahren, die uns vom Dunkel der Nacht in das Licht des Ostermorgens führt. Der Herr behüte Sie und Ihre Familien und Freunde. Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Osterfest! Denn aus dem scheinbaren Scheitern wurde ein unglaublicher Sieg: Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden!

Matthias Gering