Situation spanischer Fachkräfte in Suhl

Arbeitsmarkt, blog.cdu-suhl, CDU

Über die öffentlich bekannt gewordenen Schwierigkeiten spanischer Fachkräfte hat der CDU Kreisverband Suhl bereits Anfang dieser Woche Kenntnis erlangt. In den zurückliegenden Tagen haben wir uns soweit möglich mit der Sachlage vertraut gemacht, Unterlagen eingesehen und mit einigen Betroffenen sprechen können. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man rechtlich noch kein abschließendes Fazit ziehen, denn es stehen hier noch arbeits- und tarifrechtliche Würdigungen von unabhängiger Seite aus. Darüber hinaus ist die Verwendung der von den betroffenen Auszubildenden einbehaltenen Mietbeträge gegenwärtig nicht nachvollziehbar.

Was man heute jedoch bereits deutlich festhalten kann ist, dass der Umgang und das Vorgehen bei einigen spanischen Fachkräften menschlich und politisch inakzeptabel und nicht im Sinne einer gewünschten Willkommenskultur für Suhl und Thüringen war und ist. Dafür kann man sich als politische Vertreter der Bürger dieser Stadt bei allen Betroffenen nur entschuldigen, was wir hiermit auch öffentlich tun möchten. Suhl und seine Wirtschaft ist heute und in Zukunft angewiesen auf die Zuwanderung von Fachkräften. Es kann nicht im Sinne der Thüringer und Suhler Wirtschaftpolitik sein, dass wir junge studierte Betriebswirtschaftler und Ingeneure für ein Handgeld Geschirr spülen lassen.

Dass diese jungen Menschen hier willkommen sind und gebraucht werden, beweist der Erfolg der Suhler Agentur für Arbeit, welche sich sehr engagiert den ersten Hilfesuchenden spanischen Akademikern angenommen, diese sehr gut betreute und in kürzester Zeit mit ihren Fähigkeit entsprechenden Stellenangeboten aus der regionalen Wirtschaft konfrontieren konnte. Ein weiteres positives Beispiel dafür das es auch anders geht, sind spanische Auszubildende in einem weiteren Suhler Hotel, dem Hotel Thüringen. Hier wird die Zusammenarbeit gegenseitig als positiv und für beide Seiten Gewinn bringend eingeschätzt. Wir hoffen, dass der neue Thüringer Wirtschaftminister, welcher diese Herausforderung sicherlich von seinem Amtsvorgänger erbte, die Situation aller in diesem Zusammenhang in Thüringen befindlichen ausländischen Fachkräfte erhebt und wenn nötig in die richtigen Bahnen steuert. Weiterhin muss es eine klare Aufgabe für Thüringen und unsere Stadt werden, dass das Anwerben von Fachkräften und die Einhergehende Integration auf unseren Arbeitsmarkt zum einen dem tatsächlichen Bedarf und zum anderen besser und zentraler organisiert wird. Bunte Internetseiten und Flyer, sowie unqualifizierte Strukturen neben einander her, sind dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Bis dahin, können wir den Betroffenen in unserer Stadt guten Gewissens raten die Hilfe und Beratung der Agentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen und uns abschließend auch dafür zu entschuldigen, dass Betroffenen diese durch den Suhler Oberbürgermeister verwehrt wurde.
 
 
Marcus Kalkhake
CDU Kreisvorsitzender