Tourismus und Sicherheit

Tobias Uske Kommunales, Recht, Tourismus

Suhl. Vier auf einen Streich – so lässt sich der gemeinsame Beschluss der Stadträte von Suhl, Zella-Mehlis, Schleusingen und Oberhof für eine Bewerbung um die Landesgartenschau 2028 gut zusammenfassen. Alle vier Gremien tagten am 14. September im Suhler Congress Centrum. Einig waren sie jeweils, ihre Kräfte zu bündeln und mit dem gemeinsamen Projekt die Region zu stärken. Von städteübergreifendem Tourismus, einem gemeinsamen Radwegenetz bis zur Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke im Ringverkehr von Suhl über Schleusingen, dem Bahnhof Rennsteig bis nach Zella-Mehlis reichen die Ideen. „Der gemeinsame Antritt ist ein starkes Zeichen – jetzt gilt es, sich im landesweiten Wettbewerb mit unseren Ideen durchzusetzen“, so André Knapp, Oberbürgermeister von Suhl.

Positive Meldungen kommen auch aus der Wirtschaft. Den vorläufigen Zuschlag zur Ausrüstung der Bundeswehr mit einer neuen Standardwaffe konnte sich der bisherige Außenseiter Haenel gegen den übermächtig erscheinenden Konkurrenten Heckler&Koch sichern. Die Diskussion um die Vergabe hat Suhl und der Region deutschlandweit Aufmerksamkeit eingebracht.

„Im Hinblick auf den gerade stark wachsenden Binnentourismus ist eine solche Aufmerksamkeit natürlich sehr willkommen“, mutmaßt auch Kalkhake, Fraktionsvorsitzender. Die Region kann mit ihrer Tradition in der Waffenproduktion, dem Schießsportgelände auf dem Suhler Friedberg und der schönen Natur punkten – und so viele Besucher anlocken.

Im Hinblick auf Touristen aber auch auf die eigene Bevölkerung ist jedoch auch die Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet wichtig. Neben den positiven Nachrichten gibt es auch häufige Meldungen zu Polizeieinsätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl, zu Prügeleien oder Messerstechereien. Erst jüngst wurden drei Männer durch Messerstiche am Herrenteich verletzt. Auch drohten Busfahrer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft, ihren Dienst auf den Linien zur Erstaufnahmeeinrichtung zu verweigern. Zu tief sitzt die Angst um das persönliche Wohlergehen nach fast täglichen verbalen und körperlichen Angriffen.

Wie intensiv die Bedrohung ist, konnten Videoaufzeichnungen aus den Bussen belegen. Die auf Antrag der CDU angeschaffte Videotechnik überzeugte den Aufsichtsrat. Nunmehr werden in besagten Buslinien Security-Mitarbeiter in den Abendstunden eingesetzt.

Ähnliche Effekte sollen auch durch Ausweitung des Einsatzes von Videotechnik in besonders sensiblen Bereichen der Innenstadt erzielt werden. Ein auf Initiative der CDU eingebrachter Verwaltungsantrag konnte im jüngsten Stadtrat bis auf die Fraktion der Linken alle überzeugen. „Videoüberwachung hilft bei der Ermittlung von Straftaten, schreckt so potenzielle Gewalttäter ab und wirkt damit positiv auf die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden unserer Bürger. Zusammen mit einer stärkeren Bestreifung durch Polizei und Stadtpolizei werden so Recht und Ordnung wieder mehr Geltung verschafft“, ist sich Kalkhake sicher. „Mit einer sicheren Innenstadt, attraktiven Angeboten wie der Landesgartenschau und deutschlandweiter Aufmerksamkeit – so sehen wir eine guten Zukunft in Südthüringen entgegen“, so André Knapp abschließend.